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Die zentralasiatische Republik Usbekistan, einer der Nachfolgestaaten der Sowjetunion,
liegt westlich der Bergketten des Tien Shan und erstreckt sich von dort bis zum
Aralsee. Während nur ein kleiner Teil des Landes Anteil an den Bergen hat, wird die
größte Fläche Usbekistans von Wüsten bedeckt. Es scheint, dass der
Binnenstaat völlig abgelegen ist, aber trotzdem war die Region seit
Jahrtausenden eine wichtige Handelsroute für Karawanen, Treffpunkt
verschiedener Völker, Ziel zahlreicher Eroberungsfeldzüge und somit
Drehscheibe zwischen den Kulturen. Die Seidenstraße verlief quer durch das
heutige Usbekistan. Mit wertvollen Waren beladen erreichten die Karawanen das
Gebiet von China kommend nach der Überquerung des Tien Shan und machten Station
in den noch heute berühmten Städten Samarkand und Buchara, bevor sie weiter
Richtung Südwesten zogen. Mit ihnen blühten die Städte auf und wurden nicht
nur zu wichtigen Handelszentren, sondern auch zu Zentren der Wissenschaften.
Mächtige Reiche entstanden, die Herrscher ließen gewaltige Bauwerke errichten,
von denen wir noch heute viele bewundern können. Allerdings gab es auch weniger
glanzvolle Epochen. Immer wieder wurden die Landstriche durch die
Eroberungsfeldzüge fremder Eindringlinge wie zum Beispiel Dschingis Khans
verwüstet. Dennoch blieben zahlreiche Bauwerke erhalten und umfangreiche
Renovierungsarbeiten machen diese zu touristischen Attraktionen, die in der
ganzen Welt bekannt sind. Fast jeder, der sich mit der Seidenstraße
beschäftigt, träumt davon, einmal selbst die sagenumwobenen Städte Buchara
und Samarkand zu besuchen und auf dem Registan zu stehen - umgeben von drei
riesigen mit kunstvollen Fayencen geschmückten Medresen.
Im Osten steigen gewaltige Bergketten bis auf über 4000 Meter an, nicht weit jenseits der Grenze erreichen
die Berge in Tadschikistan über 7000 Meter. Bereits auf der
klassischen Reiseroute streift man die Berge auf der Fahrt von Samarkand nach
Schahrisabz. Je nach Jahreszeit bieten grüne Berghänge, auf denen zahlreiche
Herden grasen, ein schönes Bild. Wer mit einem PKW unterwegs ist, kann
die Passstraße direkt über die Berge wählen, die bis auf über 1700 Meter
ansteigt (Busse dürfen hier nicht fahren). Immer wieder passiert man
liebliche Täler und auch kleine Ortschaften, in denen sich ein kurzer Stop
durchaus lohnt. Bei schönem Wetter und guter Fernsicht präsentiert sich auch
Timurs Geburtsstadt Schahrisabz vor einer herrlichen Bergkulisse. Weiter im Westen dominieren Wüsten. Die Fahrt nach Chiwa führt durch die Kisilkum, die Rote Wüste. Waren hier früher die Karawanen viele Tage unterwegs, führt heute eine Asphaltstraße durch die von kleinen Büschen bewachsene Wüstenlandschaft. Zwischendurch bieten einfache Teehäuser Getränke und Schaschlik an, und nach einem Tag hat man leicht die rettende Oase erreicht. Wer mehr Wüste erleben will, kann in der Nähe von Urgench oder in der Region Navai die Nacht in einer Jurte verbringen und auf Kamelen durch die Wüste reiten.
Eine Reise entlang dieses Teils der Seidenstraße ist heute kein großes Problem mehr: fast alle Reiseveranstalter haben Usbekistan in ihrem Programm. Es gibt die unterschiedlichsten Reiserouten, so sollte für jeden Interessierten das Richtige zu finden sein. Usbekistan kann auch individuell bereist werden, wenngleich in diesem Fall das Organisieren von Unterkünften und Transport oft etwas schwierig ist. Für hartgesottene Abenteurer natürlich kein Problem - die anderen können aber auch die Dienste usbekischer Agenturen in Anspruch nehmen. Die meisten Agenturen arbeiten sehr zuverlässig, buchen Hotels und Inlandsflüge und stellen auf Wunsch auch Führer zur Verfügung, die in der Regel sehr gut Fremdsprachen beherrschen.
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