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Eine Nebenroute der Seidenstraße führte nördlich der Hauptroute durch die Wüste Kisilkum und über das Gebiet von Choresm, von hier aus weiter nördlich des Kaspischen Meeres nach Europa. Chiwa blickt auf eine über 2000jährige Geschichte zurück, allerdings war ursprünglich Konya Urgentsch (heute in Turkmenistan) die Hauptstadt Choresms. Der wichtige Fluss Amu Darja änderte jedoch seinen Lauf und so wurde die Hauptstadt nach Chiwa im heutigen Usbekistan verlegt. Noch im 19. Jahrhundert war es für Ausländer, auch Forscher, nur unter Lebensgefahr möglich, nach Chiwa vorzudringen. Das Khanat von Chiwa wurde von grausamen Herrschern regiert. Ab 1873 stand die Region unter russischem Protektorat, die Khane blieben jedoch im Amt, bis sie im 20. Jahrhundert von den Sowjets abgesetzt wurden.
Die Oasenstadt zwischen der Wüste Kisilkum und der Wüste Karakum war schon seit vielen Jahrhunderten von einer Stadtmauer umgeben. Ursprünglich schützte zudem ein Wassergraben vor den Mauern die Stadt, es gab nur einen Zugang von der Ostseite. Immer wieder wurde Chiwa erobert und zerstört, jedoch immer wieder aufgebaut. Die meisten heute zu sehenden Bauwerke stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind dank Renovierungsarbeiten in sehr gutem Zustand. Die aus Lehmziegeln errichtete Stadtmauer umgibt noch immer die Stadt, die über eines der vier Stadttore betreten wird. Im Norden und Süden der Altstadt gibt es heute noch Wohnviertel, entlang der Hauptachse zwischen Ost- und Westtor jedoch stehen zahlreiche historische Bauwerke. Sicherlich zu Recht wird die Stadt immer wieder als riesiges Freiluftmuseum bezeichnet.
Die Festung Konya Ark verfügt über eine prächtig verzierte Sommermoschee und einen ebensolchen Thronsaal, von einem Wachturm an der Stadtmauer hat man einen umfassenden Ausblick auf die gesamte Stadt. Besonders schön ist es abends, wenn die Kuppeln und Minarette der Stadt von der Abendsonne beleuchtet werden.
Der Palast Tasch Hauli lässt den Reichtum der Herrscher erahnen. In dem großen Komplex befinden sich nicht nur Empfangsraum und Thronsaal, sondern auch der riesige Harem, in dessen Innenhof mehrere mit Fayencen und Holzsäulen reich ausgeschmückte Iwane zu sehen sind. Eines der berühmtesten Gebäude ist die Dschuma - Moschee mit 213 geschnitzten Holzsäulen, alle weisen unterschiedliche Muster auf, einige stammen vermutlich aus dem 10. Jahrhundert.
Sehenswert sind auch die Medrese Amin Khan mit dem unvollendeten Minarett Kalta Menar, die Medrese und das Minarett Islam Hodscha, die Medrese Rahim Khan und zahlreiche andere Medresen. Chiwa verfügt aber auch über einige Pilgerstätten. Berühmteste ist das Mausoleum Pahlawan Mahmoud mit seiner großen weithin sichtbaren türkisfarbenen Kuppel und besonders fein verzierten Innenräumen. Hier sind immer wieder Hochzeitspaare zu treffen, die im Mausoleum beten und anschließend Wasser aus dem heiligen Brunnen im Innenhof des Komplexes trinken. Aber auch das Mausoleum Said Allaedin ist sehenswert. Sehr klein, aber älter als die meisten umliegenden Gebäude herrscht hier eine besondere Stimmung.
Auch einige Handwerker haben ihre Werkstätten in Chiwa: Berühmt ist die Stadt für ihre Holzschnitzarbeiten, die hier noch nach alter Tradition hergestellt werden. In der Werkstatt kann man zusehen, wie Koranständer, Spazierstöcke, Holzsäulen, Eingangstüren, Tische und andere Stücke entstehen. Ein interessantes Projekt ist auch eine Teppichwerkstatt, in der man versucht, die alte Kunst der Seidenteppichherstellung zu bewahren. Seide wird hier mit Naturfarben in großen Kesseln gefärbt und gleich vor Ort zu Teppichen weiterverarbeitet.
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