Ghat

In der südwestlichsten Ecke Libyens, unweit der algerischen Grenze, liegt die alte Karawanenstadt Ghat, das Zentrum der libyschen Tuareg. Obwohl heute über eine gute Teerstraße von Ubari aus erreichbar, ist Ghat immer noch ein verschlafenes Nest, bietet sich jedoch als Stützpunkt für Fahrten ins Akakus - Gebirge an. Einst an einer wichtigen Karwanenroute gelegen, bietet die verlassene Altstadt ein ähnliches Bild wie Ghadames, ist jedoch wesentlich kleiner. Auch hier haben in der letzten Zeit umfangreiche Reparaturarbeiten eingesetzt, um die Lehmbauten zu erhalten. Besuchenswert ist eine kleine Terrasse in der Altstadt, von der aus man einen schönen Blick auf die gesamte Oase sowie die dahinterliegenden schroffen Wände des Akakus-Gebirges hat. Hier breiten oft Schmuckhändler ihre Waren aus, Kreuze der Tuareg gehören zu den wenigen in Libyen erhältlichen Souvenirs, wildes Handeln ist angebracht.

Beherrscht wird Ghat von einem Fort, das sicherlich auf alte Zeiten zurückgeht, in seiner jetzigen Form allerdings neueren Ursprungs ist. Der Spaziergang dorthin lohnt sich dennoch wegen der großartigen Aussicht.


Idinen

Wer über die Teerstraße angereist ist, hat den unmittelbar nördlich der Straße gelegenen Geisterberg, von den Tuareg Idinen genannt, passiert. Auch heute noch ist man der Meinung, dass hier der Sitz der Geister liegt. Das Singen der Geister kann man in der Nacht hören (wenn sich der Wind in den Felsspitzen des burgähnlichen Berges bricht). Niemals würde es ein Einheimischer wagen, hier zu übernachten oder gar den Berg zu besteigen, auf dem bereits der Forscher Heinrich Barth beinahe den Tod gefunden hatte. Ein Eldorado für Fotografen ist ein Spaziergang durch das am Fuße des Berges liegende Wadi Tanezzouft.