Der Idhan Ubari erstreckt sich von Sabha bis nach Algerien, in seinem
östlichen Drittel befinden sich über zwanzig zum Teil ausgetrocknete Seen, die
großteils nur in abenteuerlichen Dünenfahrten zu erreichen sind. Drei
verlassene Städte liegen in diesem Dünenmeer: Mandara, Gabraoun und Trouna,
jeweils am Ufer der gleichnamigen Seen. Hier lebte bis zum Anfang der 90er Jahre
(in Trouna nur bis 1975) das Volk der Daoudas unter einfachsten Bedingungen.
Ihre Abstammung ist weitgehend unbekannt, sie selbst erzählen von einem
Stammvater namens Aoun. Direkt am See Gabraoun erhebt sich eine große Düne, in
deren Steilhang eine kleine Fahne aufgestellt ist. Hier sei Aoun begraben (gabr = Grab,
Gabraoun = Grab des Aoun). Angeblich ist das Dorf mit dem Grab früher zum
Teil auf der anderen Seite des Sees gelegen und im Laufe der Jahrhunderte von
der großen Düne bedeckt worden.
Schon in alten Zeiten (und auch heute noch) verfügen die Daoudas über zwei sehr begehrte Exportprodukte, die sie gegen für sie notwendige Waren eintauschen konnten: In den Seen lebt eine kleine Garnelenart, die jährlich gefischt und zu einer Paste (Dud) verarbeitet wird. Diese ist als Aphrodisiakum außerordentlich begehrt. In der nördlichen Seengruppe wird aus den Seen Trouna und Fredra Natronsalz gewonnen (daher der Name Trouna). Wenn im Frühsommer der Wasserspiegel sinkt, bleiben dicke Natronschollen zurück, die leicht herausgebrochen werden können. Die Natronseen verändern ihr Aussehen jährlich und schimmern oft in unterschiedlichen Farben, zudem werden sie auch heute noch kaum besucht, da der Weg dorthin sogar gute Fahrer oft vor erhebliche Probleme stellt.