Ghadames, Karawanenstadt am Rande der Wüste

An der nordwestlichen Ecke der Hamada Al Hamrah, der roten Steinebene, unmittelbar an der Grenze Libyens mit Algerien und Tunesien, liegt die große Oase Ghadames, einst wichtiger Karawanenkreuzungspunkt. Fünf Karawanenrouten liefen hier zusammen, und schon seit Jahrtausenden gilt die Stadt als wichtiges Handelszentrum. Die Ursprünge der Stadt sind nicht mehr nachvollziehbar (es existiert nur eine Sage), jedoch dürfte Ghadames bereits vor 3000 oder mehr Jahren existiert haben.

Auch unter der römischen Herrschaft war Ghadames (röm. Cydamus) wichtige Handelsstadt an der Südgrenze des von den Römern ständig beherrschten Gebietes. Nahe der Stadt existieren auf einem kleinen Berg noch die Ruinen einer alten Festung, die auf römischen Ursprung zurückgeht und die gemeinsam mit den Festungen von Gariyat und Abu Nyjen den "limes tripolitanus" bildete.

Noch vor ca. 100 Jahren war die mehrere tausend Einwohner zählende Stadt Ghadames eine wichtige Station für Karawanen. Die Lehmstadt ist festungsartig angelegt und besteht aus sieben Vierteln, die jeweils ein eigenes Stadttor, eine eigene Moschee und eigene Versammlungsplätze haben. Großteils überdacht herrscht hier angenehm kühles Klima, die labyrinthartig angelegten Gänge machten die Stadt praktisch uneroberbar.


Erst Anfang der 70er Jahre wurde die Teerstraße nach Ghadames gebaut, und einige Jahre später begann man mit der Errichtung einer neuen Stadt. Heute ist die Altstadt verlassen, die Bewohner pflegen aber noch teilweise ihre alten Häuser, und 1999 begannen umfangreiche Renovierungsarbeiten, um die von der UNESCO als Weltkulturerbe eingstufte Lehmstadt zu erhalten.