Berberburgen am Jebel Nafusah

Verlässt man die Küste in Richtung Süden, so kommt man bereits bald zu den schroffen Felsen des Jebel Nafusah, der den Übergang zur Sahara bildet. In dieser doch noch recht fruchtbaren Zone lebten einst Berber, die in den Ebenen nördlich der schroffen Felswände Oliven sowie Getreide anbauten. Ihre Dörfer mussten sie befestigen, um sich vor Einfällen kriegerischer Nomaden zu schützen. Das Zentrum bildete meist ein "Qasr", eine nur von einer Seite durch ein Tor betretbare Burg, nach außen hin eine nahezu uneroberbare Festung, in der sich jedoch keine Wohnräume, sondern lediglich viele kleine Vorratskammern befanden. Hier wurden Vorräte (Olivenöl sowie Getreide) eingelagert, hierher konnte man sich in Notzeiten der Belagerung auch zurückziehen.

Im Umfeld dieser Burgen sieht man heute noch alte Olivenölpressen, verfallene kleine Moscheen sowie Reste der alten Dörfer.

Jeder Reisende, der sich auf dem Weg nach Ghadames befindet, sollte einer dieser drei Festungen unbedingt einen Besuch abstatten. Meist wird Nalut besucht, aber auch Cabao oder Qasr Hadj sind ebenso sehenswert, zumal sie etwas abseits der bekannten Touristenpfade liegen.