Lediglich an der Küste des Mittelmeers ist es einigermaßen feucht und niederschlagsreich, doch sogar hier wird in der Landwirtschaft etwas nachgeholfen und künstlich bewässert.
Im Hinterland herrscht Wüstenklima, d.h. kaum Niederschläge, hohe Temperaturunterschiede sowie starker Wind.
Während es im Bereich der Hamada Al Homrah noch relativ feucht ist (hier ist immerhin jedes Jahr mit Niederschlägen zu rechnen), regnet es im Südosten des Landes, in der Region Wau En Namus - Kufra, oft jahrelang nicht. Doch auch in den weniger trockenen Gebieten der Sahara steht eine jährliche Niederschlagsmenge von einigen Zentimetern einem Verdunstungspotential von mehreren Metern gegenüber. Landwirtschaft ist hier nur durch künstliche Bewässerung möglich, bei großflächigen modernen Bewässerungsprojekten abseits der Oasen besteht die Gefahr der Versalzung.
Ein weiteres typisches Merkmal ist der Wind, der fast ständig erbarmungslos weht. Mit nur 30 windstillen Tagen pro Jahr ist zu rechnen, und der im Bereich der Wendekreise übliche Nordostwind (Passat) ist auch die Ursache für die Existenz der Wüste. Es handelt sich um einen trockenen, heißen Fallwind, vergleichbar mit dem Föhn in den Alpen, der die Umgebung zunehmend austrocknet.
Auch wenn die Sahara zu den heißesten Gegenden der Erde zählt, so sind die Spitzenwerte bei weitem nicht so hoch wie dies oft angenommen wird. Der Reisende empfindet die Temperaturen oft wesentlich stärker, da er konstant der Sonne ausgesetzt und oft im aufgeheizten Fahrzeug unterwegs ist.
Die Höchsttemperaturen betragen kaum mehr als 50°C, allerdings kann es im Sommer, bedingt durch die starke Sonneneinstrahlung, zu Bodentemperaturen von bis zu 80°C kommen (diese sind es u.a., die eine private Messung verfälschen).
Auch der für die Wüsten so berühmte Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht wird subjektiv wesentlich stärker empfunden, er beträgt in der Regel nie mehr als 25°.
Die Tiefstwerte erreichen im Winter regelmäßig um die -5°C, Spitzenwerte bis -10° sind sogar in geringen Höhen durchaus möglich.
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wenige Sekunden vor dem Sandsturm / Bir Amananr / Akakus |
Natürlich gibt es regional auch immer wieder Störungen in der an sich recht konstanten Wettersituation. Viele Sahara-Reisende sind der Meinung, "in der Wüste gibt es kein Wetter", sondern nur blauen Himmel (wie man es ja auf jeder Postkarte sehen kann), Hitze und Wind. Das ist falsch: Sandstürme, Unwetter, Gewitter, sogar starke Regenfälle sind im Prinzip jederzeit möglich, ich selbst habe derartiges schon oft erlebt. Wenn es sich auch um Jahrhundertereignisse handelt, so gab es allein in den letzten Jahren Schnee auf der Hamada Al Homrah und ein Hagelgewitter bei den Mandara-Seen, starke Regenfälle im Herbst 1999 machten die Fahrt zum Wau En Namus zu einer Schlammschlacht, Sandstürme und Gewitter sind ohnehin recht häufig,...